Einreise und Aufenthalt in der Tschechischen Republik

Tschechische RepublikMilan Drahoňovský © CzechTourism

Rund 1,4 Millionen Deutsche besuchen jährlich die Tschechische Republik, so eine Stellungnahme der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Prag. Gerade die gut erhaltenen alten Städte, die vielen Kunstdenkmäler und der idyllische Böhmerwald sind dabei beliebte Urlaubsziele, aber auch das Skifahren im Riesengebirge wird seit jeher gern betrieben. Vor allem ist es jedoch die Hauptstadt Prag, die noch immer die meisten Besucher anzieht, gleich dahinter folgt jedoch bereits das bekannte Bäderdreieck, bestehend aus Karlsbad, Marienbad und Franzensbad. Um die Urlaubsfreude nicht zu trüben, sollten Besucher und Touristen jedoch auch an die entsprechenden Vorkehrungen denken, denn zwar ist die Tschechische Republik ein Mitglied der EU und ist demnach problemlos zu bereisen, dennoch gibt es auch hier einige individuelle Gegebenheiten zu beachten.

1. Dokumente für die Einreise

Grundsätzlich ist die Einreise unproblematisch und kann mit Dokumenten wie dem Reisepass, dem vorläufigen Reisepass, dem Personalausweis, dem vorläufigen Personalausweis oder dem Kinderreisepass angetreten werden. Dafür muss das Reisedokument lediglich bis zum Reisende gültig sein, wobei jedes Kind ein eigenes Ausweisdokument benötigt und nicht mehr im Reisepass eines Elternteils eingetragen werden kann. Während früher noch Kontrollen an der Grenze die Regel waren, so sind diese dank des Beitritts der Tschechischen Republik zum Schengen-Raum mittlerweile aufgehoben worden.

Sonstige sinnvolle Vorkehrungen

  • Funktionstüchtiges Handy und Ladegerät einpacken
  • Grüne Versicherungskarte mitnehmen
  • Hoteladresse zuhause hinterlassen
  • Beglaubigte Kopien von allen Ausweisen oder Pässen im Koffer hinterlassen, um gegebenenfalls eine schnelle Ersatzpapierausstellung zu ermöglichen
  • Alle Ausweise und Karten auf ihre Gültigkeit überprüfen

2. Probleme und Vorsichtsmaßnahmen

Die Kriminalität in Tschechien ist im Vergleich zu Deutschländ ähnlich hoch. Wenn, dann schlägt dies sich vor allem bei Autodiebstählen und -aufbrüchen nieder. Aus diesem Grund sollten Fahrzeuge bei längeren Aufenthalten entweder in geschlossenen Garagen oder auf bewachten Parkplätzen abgestellt werden. Vorzugsweise wird dabei ein Parkplatz gewählt, der von außen deutlich sichtbar Wegfahrsperren oder andere Diebstahlsicherungen aufweisen kann.

Gerade in den Urlaubsgebieten und ganz besonders in Prag treten außerdem vermehrt Taschendiebstähle auf. Die Polizei rät daher zu erhöhter Aufmerksamkeit an Bahnhöfen, Sehenswürdigkeiten und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein immer häufiger auftretendes Phänomen sind außerdem Betrüger, die sich als Polizisten ausgeben und die Urlauber auffordern, ihnen ihr Geld auszuhändigen – dazu nutzen sie einen falschen Vorwand wie beispielsweise die Kontrolle auf Falschgeld. Wird dann ein Teil des Geldes einbehalten, so ist den Urlaubern im ersten Moment gar nicht klar, dass ein Verbrechen stattfindet. Umso wichtiger ist es für Touristen zu wissen, dass Polizisten auf der Straße ausschließlich die Identität überprüfen dürfen, für alles weitere ist zunächst eine Vorführung beim Präsidium notwendig.

Auch bei Taxifahrten ist mitunter Vorsicht geboten. Gerade an touristischen Zielen finden sich zahlreiche offiziell nicht lizensierte Taxis, ein telefonisch bestelltes Funktaxi ist hier meist die bessere Alternative.

3. Polizei und Gesetzesverstöße

Ein typisches Polizeifahrzeug der tschechischen Polizei© Czech Tourist

Erfahrungsgemäß werden die Vergehen von Ausländern sehr streng verfolgt, dazu gehören auch Geschwindigkeitsüberschreitungen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ohne gültigen Fahrschein und ähnliches. Das tschechische Recht hält außerdem eine Besonderheit bereit, die sich Blockstrafverfahren nennt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem die Zahlung einer Geldstrafe dafür sorgt, dass auf weitere Rechtsmittel verzichtet wird. Dieses kann jedoch nur angewandt werden, wenn der Betroffene einverstanden ist. Hält er die auferlegte Strafe hingegen für unrechtmäßig, so schließt sich ein zeitaufwendiges Verfahren an, bei dem unter anderem ein Protokoll angefertigt und möglicherweise auch eine Kaution gezahlt werden muss. Auch ansonsten gilt die tschechische Polizei als verhältnismäßig streng und sollte daher mit Respekt behandelt werden.

4. Krankenversicherungsschutz und weitere Absicherungen

Deutsche wie auch Tschechen profitieren von dem sogenannten deutsch-tschechischen Sozialversicherungsgesetz (genaueres dazu hier), wenn sie sich im jeweils anderen Land aufhalten. Darunter ist zu verstehen, dass ein Versicherter auch dann Krankenversicherungsschutz genießt, wenn er sich im anderen Vertragsstaat aufhält. Im Fall einer Erkrankung erhalten Besucher oder Urlauber aus Deutschland in Tschechien also medizinische Leistungen, wobei die Kosten von der deutschen Krankenversicherung erstattet werden. Umgekehrt verhält es sich dementsprechend genauso. Ulrike Mascher, die damalige Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium erklärte dazu: "Künftig besteht für Deutsche und Tschechen grenzüberschreitend Krankenversicherungsschutz und die Renten werden auch im jeweils anderen Land ausgezahlt. Gerade in den grenznahen Regionen ist dieses Abkommen von großer Bedeutung."

Weiterhin sollten auch einige andere Versicherungen nicht vernachlässigt werden. So empfiehlt Dieter Sprott von Ergo Direkt beispielsweise eine zusätzliche private Unfallversicherung und betont ebenfalls die Wichtigkeit der privaten Haftpflichtversicherung, welche für Auslandsaufenthalte bis zu einem Jahr gehe. Weniger sinnvoll haben sich hingegen etliche andere Policen erwiesen, die optional nutzbar sind. So gelten die Gepäckversicherung oder die Reiseunfallversicherung beispielsweise als weitestgehend unnötig – erstere, weil die Versicherer gerade dann nicht zahlen, wenn es erwartet wird und letztere, weil in der Regel ohnehin eine private Unfallversicherung vorhanden ist und sie sich daher nur bei riskanten Sportarten oder ähnlichen Unternehmungen lohnt.

5. Bezahlung und Kosten

Geld lässt sich am einfachsten an einem Geldautomaten ziehen, zumal auch etliche deutsche Banken dort vertreten sind. Auch offizielle Wechselstuben sind eine Möglichkeit, wenngleich diesbezüglich bekannt ist, dass der Kurs für touristenübliche Mengen nicht sehr gut ist. Zudem weigern sich viele Wechselstuben, das Geschäft im Nachhinein rückgängig zu machen, sollte der Fehler schließlich doch auffallen. Demnach sollten Touristen sich im Vorfeld wirklich genau informieren und sowohl den geltenden Kurs als auch die eventuellen Gebühren kennen. Ansonsten gilt Tschechien als vergleichsweise günstig, vor allem dann, wenn es um öffentliche Nahverkehrsmittel, Nahrungsmittel oder die Übernachtung in Hostels geht. Es ist allerdings ein Irrglaube, dass Tschechien und vor allem die Hauptstadt Prag deshalb insgesamt billig seien – gehobene Restaurants, komfortable Hotels oder Touristenattraktionen haben daher durchaus ihren Preis, wenngleich sich jedoch nur wenige Dinge finden lassen, die wirklich überteuert sind. Viele Preise lassen sich außerdem durch Systemrabatte und Karten reduzieren, ebenso ist der Eintritt an manchen Orten auch einmal im Monat oder an bestimmten Wochentagen frei.

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