Jüdische Geschichte: Denkmäler, Friedhöfe, Synagogen

Alter Jüdischer Friedhof in Prag© Pixabay

Jüdische Geschichte in Tschechien

Die Anfänge jüdischer Besiedlung auf dem Gebiet des heutigen Tschechiens lassen sich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Obwohl das Prager Jüdische Viertel Josefstadt (tsch. Josefov) für den architektonischen Inbegriff des Judentums in Böhmen und Mähren steht, begegnet man Friedhöfen, Synagogen und durch jüdische Gemeinden geprägten Stadtteilen auch in vielen anderen Städten Tschechiens, von denen einige sogar in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden.

Jüdisches Viertel in Prag

Das ehemalige Prager Jüdische Viertel zählt zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Prag, es liegt im Norden der Altstadt von Prag im heutigen Stadtteil Josefstadt (tsch. Josefov) nordwestlich des Altstädter Rings. Man findet hier wichtige, bedeutende Zeugnisse jüdischen Lebens in Prag, bestehend aus sechs Synagogen und dem Alten Jüdischen Friedhof. Wer sich für die jüdische Geschichte allgemein und die spannungsreiche Geschichte der Juden in Prag im Speziellen interessiert, dem sei ein Besuch des Jüdischen Viertels und der Judenstadt zu empfehlen.

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Besichtigen sollte man folgende Sehenswürdigkeiten:

Die einzige erhaltenen Synagoge des Prager Ghettos ist die Klausensynagoge aus dem Frühbarock. Der Eingang zum Museumskomplex befindet sich in der Straße U Staré školy in Prag 1 - Altstadt. Es ist sinnvoll, das Jüdische Viertel im Rahmen einer Führung durch die Sehenswürdigkeiten zu besuchen, Eintrittskarten kann man direkt auf der Seite des Jüdischen Museums in Prag bestellen.

Jüdische Synagogen in Tschechien

Neben den sieben Prager Synagogen kann man insbesondere in Pilsen (Alte Synagoge, Große Synagoge) und Třebíč (Alte und Neue Synagoge) jüdische Gotteshäuser bewundern. Daneben lohnt sich eine Besichtigung der Synagogen u.a. in Český Krumlov, Děčín, Jevíčko, Kolín, Mladá Boleslav, Turnov und Žamberk. Über 35 jüdische Synagogen und Sakralbauten wurden im Zweiten Weltkrieg von den Nazis zerstört und danach meist nicht mehr aufgebaut.

Jüdische Friedhöfe

Alter Jüdischer Friedhof in Prag

Es gibt nur wenige jüdische Begräbnisstätten auf der Welt, die auf eine so lange Geschichte zurückblicken können wie der Alte Jüdische Friedhof in Prag, (tsch. Starý židovský hřbitov v Praze-Josefově) dessen ältester Grabstein aus dem Jahr 1439 stammt. Ein Besuch dieses Friedhofs kann im Rahmen zweier Führungen erfolgen. Erstens ist es möglich, an einer Führung durch die ganze Prager Jüdische Stadt in Prag-Josefov teilzunehmen (500 Kč, ca. 20,- Euro), zweitens kann man einer etwas kürzeren Führung (300 Kč, ca. 12 Euro) beiwohnen, die den Titel „Prager Jüdisches Museum“ trägt. Die Öffnungszeiten des Friedhofs sind je nach Jahreszeit von 9 Uhr bis 16:30 bzw. 18 Uhr. Die Adresse ist: Široká 3, 110 00 Praha 1.

Jüdischer Friedhof in Třebíč

Die Stadt Třebíč (ehemals Trebitsch) in Südmähren kann sich mit einem Unikat rühmen – ihr jüdischer Friedhof mit ca. 3.000 Grabsteinen (der älteste aus dem Jahr 1625) zeichnet sich durch einen besonders guten Originalzustand aus. 2003 wurde der Friedhof samt dem ganzen jüdischen Viertel in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Geöffnet ist der Friedhof täglich, außer Samstag, je nach Jahreszeit von 9 bis 18 Uhr, der Eintritt ist kostenlos. Sofern man eine Führung buchen möchte, sollte man sich an das Touristenzentrum in der Neuen (auch Hinteren) Synagoge wenden. Die Adresse ist: Hrádek, 674 01 Třebíč.

Jüdischer Friedhof in Mikulov

Was die Fläche wie auch das Alter angeht, zählt der Jüdische Friedhof in Mikulov (ehem. Nikolsburg) mit seinen ca. 4.000 Grabsteinen (der älteste aus dem Jahr 1605) zu den prominentesten. Die Stadt Mikulov in Südmähren war einst das Kulturzentrum der mährischen Juden. Eine Besonderheit stellt der sog. Rabbinerhügel dar, auf dem die Nikolsburger und mährischen Provinzrabbis begraben liegen. Der Eintritt kostet ca. 25 Kč. Der in Südmähren gelegene Friedhof ist je nach Jahreszeit von 9 bis 18 Uhr geöffnet, die Adresse ist: Hřbitovní náměstí, 692 01 Mikulov.

Jüdischer Friedhof in Holešov

Ein weiteres Zeugnis jüdischer Geschichte in Tschechien ist der alte Jüdische Friedhof in Holešov (ehemals Holleschau) in Mittelmähren nahe der Regionshauptstadt Zlín. Sie finden über 1.500 Grabsteine und das Grabmal des Rabbiners Sabbatai ben Meir ha-Kohen, Šach genannt. Seinen Namen trägt auch die benachbarte Šach-Synagoge (tsch. Šachova synagoga).

Regeln zum Besuch eines jüdischen Friedhofs und von Synagogen

Beim Gebet in der Synagoge oder auf dem Friedhof tragen die Juden eine Kopfbedeckung, namens Kippa oder Jarmulke. Einzelne jüdische Gemeinden unterscheiden sich nach Farbe, Größe, Form und Material ihrer Kippa.

Auch für die männlichen Besucher nichtjüdischen Glaubens ist das Tragen der Kippa in einer Synagoge oder auf einem Friedhof Pflicht.

Die Kopfbedeckung kann oft am Eingang ausgeliehen oder gekauft werden (ca. 10,- Kč). Ein jüdischer Friedhof darf lediglich in angemessener Kleidung und mit bedeckten Schultern betreten werden. Es ist guter Brauch, nach dem Verlassen eines jüdischen Friedhofs die Hände zu waschen.

Weitere Infos zum Thema:


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